Zum Hauptinhalt springen
Widerrufsbutton in Shopware integrieren: Anleitung, Pflicht & Umsetzung ab 2026

Widerrufsbutton in Shopware integrieren: Anleitung, Pflicht & Umsetzung ab 2026

Ab dem 19. Juni 2026 wird der sogenannte Widerrufsbutton für viele Onlinehändler zur Pflicht. Ziel der neuen Regelung ist es, Verbrauchern einen einfachen und klar strukturierten Weg zu bieten, einen geschlossenen Vertrag zu widerrufen – direkt online, ohne Umwege.

 

Für wen gilt der Widerrufsbutton?

Die Pflicht betrifft grundsätzlich alle online geschlossenen Fernabsatzverträge mit Verbrauchern (B2C). Dazu zählen:

  • Verträge über Waren, Dienstleistungen und Finanzprodukte
  • Auch Kleinunternehmer sind betroffen – die Unternehmensgröße spielt keine Rolle

Wichtig: Maßgeblich ist nicht Ihr Status als Händler, sondern dass Sie an Verbraucher verkaufen.

 

Welche Ausnahmen gibt es?

Nicht jeder Vertrag fällt unter die neue Pflicht. Ausgenommen sind unter anderem:

  • B2B-Verträge – also Geschäfte ausschließlich zwischen Unternehmen
  • Verträge, die nicht online abgeschlossen wurden, zum Beispiel:
    • per Telefon
    • per E-Mail
    • per Post
    • im stationären Handel

Außerdem gilt die Pflicht nicht für bestimmte Produktarten, etwa:

  • individuell angefertigte Produkte, zum Beispiel Gravuren oder Maßanfertigungen
  • schnell verderbliche Lebensmittel
  • versiegelte Waren, die aus Hygienegründen von der Rückgabe ausgeschlossen sind
  • Software, Ton- oder Videoaufnahmen in versiegelten Verpackungen
  • Buchungen von Freizeitaktivitäten mit konkretem Termin oder Zeitraum

 

Wo muss der Widerrufsbutton positioniert sein?

  • Leicht zugänglich im Header oder Footer Ihres Shopware-Shops
  • Ohne Hürden erreichbar – kein Login erforderlich, auch nicht für Gastbesteller
  • Mobil verfügbar – der Button muss auch auf Smartphones funktionieren
  • Klare Bezeichnung:
    • ✔ „Vertrag widerrufen“
    • ✘ Nicht erlaubt: „Stornieren“, „Kontakt“ oder „Serviceanfrage“

Hinweis: Das bestehende Kontaktformular von Shopware eignet sich nicht für diese Anforderung.

 

 

Wie muss der Widerrufsprozess in Shopware ablaufen?

Der Gesetzgeber schreibt einen zweistufigen Prozess vor:

1. Klick auf den Button

Der Kunde klickt auf „Vertrag widerrufen“.

2. Widerrufsformular

Das Formular muss folgende Felder enthalten:

  • Name
  • E-Mail-Adresse
  • Angaben zum Vertrag, zum Beispiel die Bestellnummer
  • Button: „Widerruf bestätigen“

Wichtig: Der Grund für den Widerruf darf kein Pflichtfeld sein. Das Gesetz sieht vor, dass Verbraucher den Vertrag ohne Angabe von Gründen widerrufen können.

Eingangsbestätigung

Nach dem Absenden muss der Kunde unmittelbar eine Bestätigung per E-Mail erhalten.

 

 

Welche Auswirkungen hat dies auf Sie als Händler?

  • Der Vertrag muss rückabgewickelt werden.
  • Die Zahlung ist zu erstatten.
  • Es muss kein automatisches Rücksendeetikett erstellt werden.
  • Die Rückerstattung kann erfolgen, sobald die Ware eingegangen ist.

So integrieren Sie den Widerrufsbutton in Shopware

1. Kategorieseite erstellen

  • Erstellen Sie eine neue Seite mit dem Namen „Vertrag widerrufen“.
  • Verlinken Sie diese im Footer.

2. Erlebniswelt erstellen

  • Erstellen Sie eine neue Erlebniswelt und fügen Sie den Block "Formular" ein.
  • Stellen Sie in den Element-Einstellungen des Formulars die korrekte Empfänger-Adresse ein.
  • Weisen Sie es der Seite „Vertrag widerrufen“ zu.

3. Widerrufsbelehrung anpassen

  • Ergänzen Sie einen Hinweis, dass der Widerruf auch über den Button möglich ist.
  • Stellen Sie klar, dass es sich dabei nur um eine zusätzliche Option handelt.

4. Datenschutzerklärung aktualisieren

  • Erläutern Sie, welche Daten erhoben werden.
  • Geben Sie die Speicherdauer der Daten an.

 

Stand: 27.04.2026

 

Quellen: https://ohn.haendlerbund.de/recht/rechtsfragen/widerrufsbutton-wie-wo-wie-funktioniert , https://www.it-recht-kanzlei.de/widerrufsbutton-faq-leitfaden-online-handel.html#abschnitt_38